Lass mich nicht allein. Überlasse mich nicht dem Sog der Leere. Für mich würde es das Ende ohne einen Anfang bedeuten. In der Leere beginnt die Tragik zu leben. Tag für Tag, Woche zu Woche, Monat um Monat, Jahr an Jahr, sich mit der Sinnlosigkeit des Lebens zu arrangieren. Ein Kampf gegen das Unglaubliche, der fast härter ist als ich dachte. Ich fürchte das Ablegen meines zweiten Gesichts, meine nun innerlich bröckelnden Maske des Scheins, was mich bisher vor der Realität schützte. Dieser Schein suggerierte unentwegt die Leichtigkeit des Lebens und umwarb mich meiner zweiten, anderen Natur. Die trügerisch, aufpolierte Fassade verführte mich nutzlos dahin zu stolzieren. Nicht mehr zu wissen, welche Richtung eingeschlagen werden soll, festigte die Kunst dem dunklen Schatten noch etwas Licht zu entlocken. Noch tue ich so, als sei ich stark, umgänglich, zart, für alles Leid dieser Welt sensibilisiert. Ich bin das Moderne; "Elend des Wohlstands". Es ist die Gier, der Hunger nach immer noch mehr, aber das Mehr ist geringer geworden. Und das Wenige an Mensch genügt nicht. Angst, macht mir die Wahrnehmung meiner Fehler die doch keine Fehler sind. Stille Wasser sind tief, aber auch schmutzig. Der Schmutz von gestern tickt wie eine Zeitbombe in mir. Die Vergangenheit war meine Geborgenheit. Des Überlebens Willen überträume ich Unannehmlichkeiten dieser Zeit, meiner Zeit. Ich vermeide das Versteckspiel um mir nicht weiter fremd zu werden. Auf Teufel komm raus bleibt es wohl dabei, von der Natur genarrt zu werden. Meine Seele friert selbst bei Sonnenschein denn, Freiheit macht krank. Der Gedanke an meine Schwächen löst oft in mir Panik aus. Hör nur einmal das Ungesagte. Die Stille meiner Sehnsucht nach Geborgenheit. Dann hätte ich den Mut, die Realität zu leben. Die schlummernde Wahrheit in mir tobt: Ohne Zukunft - bin ich verdammt allein und verloren.